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Sei kein Verbündeter der USA

Das russchiche Fernsehen hat die Sicht Russlands auf das fallenlassen der Kurden seitens der USA berichtet. Ich finde diesen Blickwinkel interessant und möchte den Beitrag gerne übersetzen wiederübergeben.

YPG Fighter

Das Schicksal der Kurden weckt Mitgefühl. Aber gleichzeitig haben die Kurden in Syrien aus einen unerklärlichen Grund Amerika als Verbündeten gewählt. Sie kämpften also gegen die eigene Regierung und gegen Russland.

Die Kurden weigerten sich, mit Assad zu verhandeln und ihre Aktionen in Syrien haben sie nur mit den Vereinigten Staaten koordiniert. Die Amerikaner benutzten sie zunächst als Kanonenfutter, weil die Kurden ausgezeichnete Krieger sind. Für ihre Dienste und Loyalität hofften die Kurden mit Hilfe der Vereinigten Staaten, einen eigenen Staat zu schaffen oder zumindest von ihnen geschützt zu werden. Aber die Amerikaner haben die Kurden am Ende einfach verraten und fallen gelassen. An wem schicken die Kurden jetzt eine Beschwerde? Schließlich haben die Vereinigten Staaten die Kurden im Laufe der Geschichte ein Dutzend Mal betrogen.

Nach dem Ersten Weltkrieg haben sie die Gründung eines eigenen kurdischen Staates nicht unterstützt. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sie die Kurden bewaffnet, um die Feinde der USA in der Region zu besiegen und als die Kurden bombardiert und mit amerikanischem Napalm bekämpft wurden, haben die USA nichts getan um den Kurden zu helfen.

Die USA haben Ihren Verbündeten erneut betrogen, auch wenn die Kurden Ihren Schirmherrn selbst ausgewählt haben. Die USA sind kein zuverlässiger Partner, wie Geschichte, auch die jüngste zeigt. Ich verstehe, warum zum Beispiel die Polen in letzter Zeit nervös werden. In einem Artikel einer großen polnischen Zeitung mit der Überschrift “Trump hat die Kurden verraten. Wird er Polen auch verraten?” hieß es: “Wir werden immer den Verrat Amerikas fürchten, egal wer dort Präsident ist.”

Aber kann Amerika wirklich die Europäer verraten? Amerika verrät Europa schon. Vor fünf Jahren verhängte Europa unter starkem Druck der USA Sanktionen gegen Russland. Moskau hat reagiert. Europa hat dabei mehr als 100 Milliarden Euro verloren. Jetzt verhängt Amerika de facto Sanktionen gegen Wein und Käse aus Europa, indem es die Einfuhrzölle um bis zu 25 Prozent erhöht. Wenn wir uns daran erinnern, dass die USA schon vorher hohe Zölle auf europäischen Stahl und Aluminium eingeführt haben, wird klar, warum Europa all dies als Verrat betrachtet. Im russischen Slang nennt man das “Kidalovo”.

Nordkorea erlebt es auch. Kim Jong-Un kam zu Gesprächen mit Trump. Er flog sogar im Flugzeug hin, um sich mit dem Kollegen zu treffen, sprengte sein Atomtestgelände in die Luft, bekam dafür im Gegenzug nichts und weigerte sich schließlich, weitere Verhandlungen mit Trump zu führen.

Kürzlich verkündete das nordkoreanische Außenministerium das Scheitern der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten, weil die amerikanischen Diplomaten mit leeren Händen zu den Treffen kamen. Es gibt so unzählige Fälle, die die Unzuverlässigkeit der USA als Partner zeigen. Saudi-Arabien hat vor über einem Jahr für 100 Milliarden Waffen von den USA gekauft, hat sogar versprochen noch drei Mal mehr zu kaufen und dann sind Drohnen und Raketen in ihre Raffinerie geflogen und die USA hat nicht funktioniert. Trump erwiderte das die USA nicht für den Schutz Saudi Arabiens zuständig sind.

Aber wozu auf so weit entfernte Beispiele schauen? Zuerst hat Amerika den Putsch in der Ukraine unterstützt, der den Zerfall des Landes und den Bürgerkrieg provoziert hat, und jetzt ist die Ukraine für jeden amerikanischen Führer – für den gegenwärtig und auch jeden zukünftigen – ein so toxisches Land geworden, dass ein Treffen zwischen den Präsidenten der Länder – oder auch nur ein Telefonat – in absehbarer Zeit schwer vorstellbar ist. Es gibt nichts zu besprechen. Es sei denn, die Ukraine will US-Flüssig-Gas, US-Kohle oder US-Waffen kaufen. Das heißt, für Geld wird geredet, aber ansonsten nicht.