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Westliche Unternehmen lieben Ausbeutung

Bis Lebensmittel in den Supermärkten landen haben diese oft lange Lieferwege zurückgelegt. Oxfam sieht sich seit Jahren diese Wege sehr genau an, zum Beispiel bei Wein, Ananas, oder Bananen. Immer wieder beweist Oxfam den Bruch von Menschenrechten und Umweltstandards.

Schwarzer Tee, weise Weste” ist eine neue Studie in der Oxfam zeigt wie indische Arbeiter auf Teeplantagen zum Wohle deutscher Unternehmen ausgebeutet werden.

4 cent für das Arbeiten

Vom Verkaufspreis von Assam Tee behalten die Teehändler und deutsche Supermärkte run 86 Prozent, die Arbeiter erhalten 1,4 Prozent. Wieviel das von einer Packung Tee die drei Euro kostet sind kann sich jeder ausrechnen.

Aufgeschlüsselt sehen die Zahlen noch krasser aus: Von den drei Euro Verkaufspreis bleiben 2,60 Euro bei Supermarkt und Herstellern. 20 Cent gehen an die Zwischenhändler, 16 Cent erhalten die Plantagenbesitzer. Es bleiben also 4 Cent für den Mensch der in der Kette arbeitet. Durch dieses Ungleichgewicht ist eine Tee-Produktion zu menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen nicht möglich. Wer auf den Teeplantagen arbeitet, muss oft auf ein Leben verzichten.

Ausbeutung auf mehreren Ebenen

Die Erkenntnisse der Oxfam-Studie beruhen auf den Aussagen von mehr als 500 Männern und Frauen, die im indischen Bundesstaat Assam, der weltweit als einer der wichtigsten Anbauregionen für Tee gilt, auf insgesamt 50 untersuchten Plantagen arbeiten. Oxfam hatte das Tata Institute of Social Sciences (TISS) der Forschungsuniversität Mumbai mit der Befragung betraut. Das Forschungsinstitut “Bureau for the Appraisal of Social Impacts for Citizen information” (BASIC) hatte für Oxfam Daten zu Handel und Marktkonzentration in den Wertschöpfungsketten für Tee aus Assam analysiert.

Das erschreckende Bild der Forschung. Sie zeigen, wie Arbeiter von Plantagenbesitzern abhängig sind und wie sie auf mehreren Ebenen ausgebeutet werden:

Menschenrechtsverletzungen trotz Zertifikat

Teehandelsunternehmen und deutsche Supermärkte setzen bei der Überwachung ihrer Lieferanten auf Zertifizierungen, die in Assam in erster Linie von der Organisation “UTZ/Rainforest Alliance” kommen. Die Recherchen von Oxfam zeigen aber einmal mehr, dass der Ansatz von Zertifizierungen nicht wirkt: Viele der Rechtsverletzungen ereigneten sich auch auf zertifizierten Plantagen. Oxfam bilanziert: “Deutsche Unternehmen dürfen sich daher nicht primär auf Zertifizierung verlassen oder diese als Lösung darstellen.” Ein weiterer Grund gegen Selbstverpflichtungen die Poltiker Trolle oft als heiligen Gral anpreisen.

Weil grosse Unternehmen ihre Lieferketten nicht offenlegen, ist es für den Endverbraucher schwierig bis unmöglich festzustellen, unter welchen Bedingungen ihr Tee angebaut wurde. Statt transparent auszuweisen, woher der Tee stammt und unter welchen Bedingungen er angebaut wurde, tragen die Packungen von Assam-Tee Aufschriften wie “hergestellt in Deutschland” oder Hinweise wie: “Die Tees … kommen aus aller Welt – dabei sind die Gegebenheiten vor Ort sehr unterschiedlich. Beim Einkauf achten wir auf faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen.” Oxfam kritisiert: “In Anbetracht der flächendeckenden Rechercheergebnisse aus Assam ist jedoch nicht anzunehmen, dass die Unternehmen dies tatsächlich gewährleisten.”

Lieferkettengesetz als mögliche Lösung

In Deutschland fordern Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und kirchliche Organisationen seit Langem ein Lieferkettengesetz. Dazu müssten die Unternehmen unter anderem eine Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte abgeben und sich zur Transparenz verpflichten. Ausserdem müssten sie selber nachteilige Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten ermitteln, Massnahmen zur Abwendung derartiger Auswirkungen ergreifen und diese immer wieder auf ihre Wirksamkeit überprüfen. Weiter müsste ein funktionierender Beschwerdemechanismus aufgebaut werden. Aber wie mit allen anderen Komplexen der Wirtschaft wird die Selbstverpflichtung als heiliger Gral angepriesen, der Eingriff und Zwang wie bei jeden Bertelsmann Stiftung 4 Opfer wird für die Wirtschaft gänzlich abgelehnt.

Gemäss Oxfam würden Unternehmen damit für die Zustände entlang der Wertschöpfungskette ihrer Produkte zur Verantwortung gezogen. Denn immerhin würden diese Firmen auch am meisten profitieren.

Laut der Oxfam-Analyse wird in Deutschland über die Hälfte allen Tees über Supermärkte verkauft. Oxfam weist aber daraufhin, dass der Tee aus Assam nur ein Beispiel von vielen sei. “Oxfam und andere Organisationen haben immer wieder eklatante Missstände bei einer Vielzahl von Produkten aus aller Welt dokumentiert. Trotz dieser oftmals belegten Missstände tun deutsche Unternehmen zu wenig, um dafür zu sorgen, dass in ihren Lieferketten Arbeits- und Menschenrechte eingehalten werden.”