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Entwicklunghilfe benötigt die Armut

Das Gift der guten Gaben hilft seit Jahrzehnten niemanden in Afrika außer den Organisationen die aktiv sind. Die organisierte Entwicklungshilfe ist am Ende nichts anderes wie Greenpeace oder Campact. Es ist eine einzige Jagd nach den Geld und eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme für die modernen Gutmenschen wie diese bei den Grünen unter anderen zu finden sind.

Eufrika

So hat sich, wie der langjährige deutsche Botschafter in Afrika Volker Seitz, beklagt, eine riesige Industrie eingerichtet, die von der derzeitigen Entwicklungshilfe lebt und quasi Selbstzweck geworden ist.

Zentrale Organisation für die internationale praktische Entwicklungshilfe vor Ort ist für das “Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung” (BMZ) die “Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit” (GIZ), eine bundeseigene GmbH mit 20.726 Mitarbeitern in 120 Ländern, wovon 70 % Einheimische sind. Sie hat einen Umsatz von jährlich 2,6 Milliarden Euro (2017). Sie ist am 1. Januar 2011 aus der Verschmelzung der “Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit” (GTZ), der “Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH” (InWEnt) und dem “Deutschen Entwicklungsdienst” (DED) hervorgegangen.

Neben ihr sind vom BMZ noch sechs weitere nichtstaatliche Organisationen als “Träger des Entwicklungsdienstes” anerkannt. Doch darüber hinaus gibt es in Deutschland mehrere Tausend entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen, die auf begründeten Antrag bezuschusst werden. Nach Volker Seitz gehen insgesamt etwa 8 Milliarden Euro jährlich in die deutsche Entwicklungshilfe, und davon fließen 16 %, also ca. 1,28 Milliarden, an NGOs.

Kein Überblick

Es besteht aber offensichtlich nirgends ein genauer Überblick über alle bisherigen Projekte, die als Entwicklungshilfe in den verschiedenen Ländern durchgeführt wurden und vor allem auch nicht, aus welchen Gründen Projekte gescheitert sind. Nur dann könnten Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden. Als Volker Seitz in den 1980er Jahren in den Niger versetzt wurde, wollte er sich erkundigen, welche Projekte es seit Beginn der deutschen Entwicklungshilfe im Niger gegeben hatte. Weder ein Ministerium noch die damaligen GTZ und DED hätten einen Überblick gehabt. Es sei auch abgelehnt worden, einen ehemaligen Entwicklungshelfer, der das Land gut kannte, mit einer solchen Untersuchung zu beauftragen.

Leiner wollte es wirklich wissen, weshalb das Projekt Schlachthof in T. oder die Brunnen in Z. “vom Winde verweht” wurden. Bis heute kann man sich nirgendwo einen Überblick verschaffen. Man kann nicht nachlesen, welche Projekte in einem Land angepackt wurden, und warum sie letztlich scheiterten. Ich habe im Laufe der Jahre viel gelernt über das globale Hilfsbusiness. Ich sah, wie Steuergelder in sinnlose Projekte, in Konferenz-, Workshop- und Reisezirkus versenkt wurden, wie der Rest in die Taschen der einheimischen Machtelite floss und riesige Bürokratien bewässerte, die fortan nur eines im Sinn hatten: mit dem warmen Geldfluss ihr feudales Leben zu sichern.

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Volker Seitz beklagt viele Tabus und Denkverbote, die es endlich aufzuheben gelte, und fordert eine Analyse der Ergebnisse von mehreren Jahrzehnten Entwicklungshilfe in Afrika. Diese Analyse werde es jedoch nicht geben, solange man gar nicht weiß, welche Projekte finanziert worden sind. Viele Fehlgriffe und Blamagen hätten vermieden werden können, wenn man mehr von dem Warum und Wie der Entwicklungshilfe wüsste und gewusst hätte. Dirk Messner, Chef des “Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik”, habe jedenfalls auch erkannt, wie man nicht vorwärtskommt: “Milde Gaben und technische Wunderwerke machen aus verarmten Menschen keine fortschrittsorientierten Zupacker.”

Die Hauptgründe für das Misslingen von Hilfsmaßnahmen seien vermutlich die unterschiedlichen Weltbilder und Werte der afrikanischen Bevölkerung auf der einen Seite und die der westlichen Entwicklungshelfer auf der anderen. Man müsse hinterfragen, weshalb sich Geberländer anmaßen, ihr vermeintliches Vorbildmodell fremden Kulturen überstülpen zu müssen. Es müsse grundsätzlich Hilfe zur Selbsthilfe und eine Entwicklungszusammenarbeit “von unten” stattfinden. Auch der Benediktiner Abtprimas Notker Wolf habe sich im Juli 2013 kritisch zur Entwicklungshilfe geäußert. Der Fehler von Deutschland bestehe darin, “dass wir immer zu wissen meinen, was den anderen gut tut.”

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Das scheint mir ein ganz entscheidender Punkt zu sein. Es wird zu wenig der ganz andere Bewusstseinszustand der Afrikaner wahrgenommen. Zum Teil leben sie noch ganz in einer mythisch-religiösen Seelenverfassung, die keine Trennung von religiöser und irdischer Welt kennt. Zum Teil befinden sie sich in einem Übergangszustand zum westlichen intellektuellen Bewusstsein, das nur auf die sinnlich-wahrnehmbare Welt gerichtet ist. (Vgl. hier Kap. Lebensauffassung der Dagara)

In jedem Fall ist der Einzelne noch ganz in das Kollektiv der blutsverwandten Familie und Sippe eingegliedert, deren moralische und soziale Traditionen und Gesetze ihn von außen bestimmen, denen er untergeordnet ist. Eine Europa vergleichbare Individualisierung hat im Allgemeinen noch nicht stattgefunden und deren intellektuelle Rationalität ist im Schnitt noch nicht erreicht. Das äußert sich z. B. vielfach in einem Mangel an abstraktem Denkvermögen. Begriffe wie “Raum”, “Zeit”, “Vergangenheit”, “Zukunft”, “Möglichkeit” sind keine sinnlich wahrnehmbaren Dinge, sie sind abstrakt, nur mit den Verstand zu erfassen und daher für die meisten Afrikaner nicht vorhanden. Daher gibt es z.B. bei von den Weißen übernommenen technischen Anlagen auch kaum eine Vorsorge in Form von gelagerten Ersatzteilen für künftig notwendige Reparaturen, so dass die Anlagen verlottern und nicht mehr funktionieren.

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An die Bewusstseinsverfassung muss man bei der Entwicklungshilfe anknüpfen. Die Fähigkeiten der Selbsthilfe sind an die eigenen Möglichkeiten gebunden. Man darf ihnen nicht etwas nach westlicher Vorstellung Vernünftiges vorsetzen, sondern muss mit ihnen gemeinsam die ihnen angemessenen Wege entwickeln, auch wenn sie bescheidenere Ergebnisse bringen.

Der Freiwilligendienst

Volker Seitz unterzieht auch den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst einer scharfen Kritik, der in Deutschland von der “ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH", Service für Entwicklungsinitiativen, Koordinierungsstelle “Weltwärts”, im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums organisiert wird.

Tausende unerfahrene junge Leute werden in Entwicklungsländer geschickt. Wem nützt dieses Engagement, in dem ausdrücklich kein Fachwissen vorausgesetzt wird, wirklich?” Er zitiert den Filmemacher Jean-Marie Teno aus Kamerun mit den Worten: “Wer braucht schon 20-jährige Freiwillige, die beim Brunnengraben helfen? Haben die schon jemals einen Brunnen in ihrer Heimat gegraben? Die wissen nicht einmal, wie ein Brunnen aussieht.

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Ohne nennenswerte Lebens- und Berufserfahrung kann man keine Entwicklungshilfe leisten.

Auch braucht man die unabdingbare Sensibilität für Menschen und Situationen in einem völlig fremden Umfeld. Das Bemühen, als Hobbyhelfer etwas Gutes für die Völkerverständigung tun zu wollen, reicht nicht. ‘Hilfsbedürftige mit Helferwillen’ hat ein EU-Delegierter in Benin einmal die bleichen jungen deutschen Mädchen und Burschen genannt, die ‘helfen’ wollen. Sie tragen gerne Hosen aus ‘typisch afrikanischen’ Stoffen mit Java-Batik-Muster oder haben das dünne Haar zu Rasta-Zöpfen gedreht, um ihre Solidarität zu zeigen. Viele Afrikaner machen sich darüber lustig.

Davon abgesehen übernehmen die jungen Leute Arbeiten, für die in den betreffenden Ländern genügend Personal zur Verfügung stünde. Man müsste die Menschen dort nur anleiten und angemessen bezahlen.

Man stelle sich den Aufschrei an einer hiesigen Schule oder in einem Kindergarten vor, wenn ein ghanaischer Schulabgänger hierherkäme, um deutsche Kinder in Englisch zu unterrichten oder Kindergartenkinder zu erziehen. Er würde wohl erst einmal nach seiner Qualifikation gefragt. [..] Es ist schön, wenn sich junge Menschen für positive Veränderungen einsetzen, aber sie müssen sich dann auch kritische Fragen stellen (lassen): Ist das Aufwachsen in Deutschland automatisch eine Qualifikation, um in Afrika ‘helfen’ zu können? Wo kann ein Abiturient ohne Ausbildung und Erfahrung tätig werden? Was könnte ein ungelernter Einheimischer genauso gut leisten – und dabei etwas verdienen, um seine Familie zu ernähren?

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Natürlich ist es positiv, wenn Jugendliche von ihrem Smartphone weggelockt werden können, und vernünftig, wenn Abiturienten oder Studenten sich in der Welt umsehen, Erfahrungen mit ineffizienten Bürokratien und Korruption sammeln und damit im Alltag denselben oder zumindest ähnlichen Beschwernissen wie Afrikaner unterliegen.

Nach der Rückkehr werden ein paar Illusionen beiseite geräumt sein, und es reift die Erkenntnis, dass öffentliche Dinge bei uns meist in geordneten Bahnen ablaufen. Aber die Menschen in Afrika profitieren von diesen Egotrips ins Elend nicht.

Jugendlichen mit dem deutschen “Weltwärts”-Programm einen Abenteuerurlaub zu finanzieren (mit Steuergeldern in Höhe von 29 Millionen jährlich), mag ein innenpolitisches Ziel verfolgen, mit Entwicklungshilfe ‘hat es aber nichts zu tun. Zumal die meisten Entwicklungsländer – so habe ich es erlebt – nicht gefragt werden, ob sie diese Art ‘Hilfe’ überhaupt wünschen.

Volker Seitz moniert, manche Politiker glaubten, dass Jugendlichen durch das Programm eine berufliche Orientierung geboten werde.

Sollten wir uns nicht endlich fragen, ob Entwicklungshilfe überhaupt ein Beruf sein kann? Entwicklungshilfe darf nicht als lebenslange Aufgabe verstanden werden, denn der Sinn der Hilfe soll ja gerade sein, dass sie sich in wenigen Jahren selbst überflüssig macht. Das sagen wir aber schon seit 50 Jahren. Also machen wir etwas falsch.

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Auswüchse der Entwicklungshilfeindustrie

Volker Seitz ist im Laufe der vielen Jahre als Botschafter in Afrika immer schmerzlicher bewusst geworden, wie fern die Entwicklungshilfe von der Realität und den Problemen der Bevölkerung vor Ort ist. Die wachsenden Geldströme und die wuchernde Entwicklungshilfeindustrie hätten die Armut nicht schrumpfen lassen, im Gegenteil. Wenn sich daran nichts ändere, würde der von kritischen Afrikanern wie James Shikwati oder Andrew Mwenda erhobene Vorwurf bestätigt, dass wir nichts ändern wollen, weil zu viele ‘Helfer’ davon profitieren.

Charakteristisch für die Entwicklungshilfe sei ihr unablässig wachsender Mehrbedarf an Geld und Personal bei gleichzeitig sinkender Effizienz. Doch er habe Zweifel, ob die Entwicklungshilfe überhaupt ein seriöses Interesse an der Lösung der Probleme habe bzw. haben könne. Die ziemlich üppig dotierte und ausgelegte internationale Hilfsbürokratie hätte keine Daseinsberechtigung mehr, wenn es keine Armut mehr gäbe.

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Martin Elsässer, Botschafter a.D., habe dafür in einem Leserbrief an die FAZ vom 3.12.2007 bereits deutliche Worte gefunden:

Eine ganz wichtige Gruppe von Profiteuren der Entwicklungshilfe: das Heer der freischaffenden deutschen ‘Consultants’ (Berater), welche im Auftrag der deutschen Bürokratie an jedem Projekt mit Machbarkeitsstudien aller Art staatliche Honorare einstreichen. Interessant wäre auch einmal zu erfahren, wie viele Milliarden Euro in der ‘Pipeline’ der deutschen Entwicklungshilfe stecken. Das sind Haushaltsmittel, welche zwar verbindlich zugesagt, aber (noch) nicht abgerufen sind.

Die meisten Leitungen sind über viele Jahre verstopft. Im Falle eines Landes wie Ägypten waren es zu meiner Zeit als Botschafter dort über Jahrzehnte Hunderte von Millionen. Der Grund war, dass entweder die Projekte unausgegoren und unreif zwischen der örtlichen und der deutschen Bürokratie hin- und hergeschoben wurden oder durch langwierige ‘feasibility (Machbarkeits-)studies’ und ‘updated feasibility studies’ deutscherseits aufgehalten wurden. Bis schließlich nach vielen Jahren ein Projekt ‘reif’ erschien, waren abermals Machbarkeitsstudien fällig, da die Budgetierung durch Zeitablauf oder technische Voraussetzungen überholt war.

Wie ich höre, hat sich das inzwischen wenig geändert. Dieses absurde und teure Spiel, bei dem am Ende die deutsche Seite fast genauso viel profitiert wie das Entwicklungsland selbst, bedarf schon seit Jahren einer grundsätzlichen Änderung. Sie wird jedoch von den zahllosen Interessentengruppen auf beiden Seiten erfolgreich verhindert.

Zu den merkwürdigen Werbe-Methoden der Entwicklungsorganisationen zitiert Volker Seitz den ehemaligen Afrika-Korrespondenten der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), Kurt Pelda, aus der NZZ vom 15.8.2009:

Das Afrikabild im Westen wird immer weniger von Reportern und immer mehr von Hilfswerken geprägt. Nur wenige Medien können sich festangestellte Afrika-Korrespondenten leisten. Die südlich der Sahara stationierten freien Journalisten sind so schlecht bezahlt, dass sie von wohltätigen Organisationen abhängig zu werden drohen. Bei ihrer Berichterstattung, die in Afrika immer noch mit kostspieligen Reisen verbunden ist, sind sie oft auf Hilfswerke angewiesen: Bereitwillig übernehmen diese die Kosten für Flüge und Unterkunft, sie stellen Übersetzer und Fahrzeuge zur Verfügung und helfen beim Papierkrieg mit den lokalen Behörden.

Die netten Gesten kommen aber nicht ohne Bedingungen. Von den Journalisten wird erwartet, dass sie über Hilfsprojekte berichten und Verantwortliche der Organisationen in ihren Beiträgen zu Wort kommen lassen. Wer sich nicht an diese ungeschriebenen Abmachungen hält oder es gar wagt, Negatives zu erwähnen, bekommt das schnell zu spüren. Kritik können sich deshalb oft nur noch die finanziell abgesicherten und damit unabhängigen Korrespondenten der Leitmedien leisten.

Doch auch das kann seinen Preis haben: Der Ehefrau des NZZ-Korrespondenten in Nairobi wurde von ihrem ehemaligen Arbeitgeber – einem Schweizer Hilfswerk – einmal mit Konsequenzen gedroht, falls der Journalist ein bestimmtes Projekt der Organisation in ein schlechtes Licht stellen sollte.

So sorgt man für ein gutes Image in der Öffentlichkeit und bei den verantwortlichen Politikern.

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Die riesigen Wagenparks der Entwicklungshilfeindustrie, so V. Seitz weiter, und die in jedem Land tätigen 200 bis 400 NGOs seien für eine kleine Minderheit der lokalen Bevölkerung ein einträgliches Geschäft. Die zusätzlich 280 multilateralen Institutionen brauchten aufwendige Unterkünfte, Büromaterial, Sicherheitstechnik, Fahrer und Treibstoff, die Fahrzeuge müssten repariert werden und würden nach einer angemessenen Zeit gegen neue vierradangetriebene Toyotas ausgetauscht und an inzwischen wohlhabende Angestellte der Entwicklungshilfeorganisationen verkauft.

Solche lokalen Mitarbeiter könnten ihr Gehalt durch Dienstreisen und Tagegelder für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen beträchtlich erhöhen. Manche würden von der Entwicklungshilfeindustrie bezahlt, damit sie ihre Arbeit in den Ministerien in deren Sinne erledigen. Sie seien die tatsächlichen Gewinner des Systems und daran interessiert, die Hilfsindustrie am Leben zu erhalten. Für die normale Bevölkerung halte sich der Nutzen allerdings in Grenzen.

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Ein Freund, der für den DED tätig war, schrieb Volker Seitz:

Als Beauftragter bin ich – wie alle meine Kollegen anderer Organisationen – wie ein Handelsreisender im Lande herumgefahren und habe Verantwortliche gefragt, nach dem Motto ‘Was darf es denn sein?’ Und vor Regierungsverhandlungen schreiben die Experten den afrikanischen Regierungen auf, was sie erbitten sollen. Die perverse Anreizstruktur bedingt, dass Mitarbeiter der GTZ (heute GIZ), die mit der ‘Akquisition’ (Gewinnung) von Projekten betraut sind, umsatzabhängige Einkommensteile beziehen.

Es gebe also die verrückte Tendenz, dafür zu bezahlen, dass man helfen darf.

“Eine Tätigkeit in der Entwicklungshilfe”, so Volker Seitz, “wird heute von vielen als lebenslange Anstellung betrachtet. Solange aber Entwicklungshilfe als Berufsbild quasi des öffentlichen Dienstes verstanden wird (auch für Soziologen, Ethnologen, Kulturwissenschaftler, die in Deutschland keine Beschäftigung finden), wird das arme und rückständige Afrika gebraucht. Armut und Rückständigkeit setzen den Ideen der vielen – oft mit Steuergeldern gespeisten – NGOs keine Grenzen. In jedem Land, in dem ich tätig war, gab es etwa dreihundert versch. Hilfsorganisationen, die sich gegenseitig mit immer neuen Entwicklungshilfeprojekten übertrumpften. NGOs vermarkten Katastrophen oft regelrecht.”

“Warum ändert sich nichts, warum wird die Entwicklungshilfe wie gehabt fortgesetzt mit wechselnden Schwerpunkten und Beziehungen? Weshalb werden die Forderungen – 0,7 Prozent des Sozialprodukts für Hilfe auszugeben – weiterhin erhoben, obwohl jedes Jahr einige hundert Milliarden Euro aus den Industrieländern für Öl und Gas nach Afrika abfließen? Ganz einfach: Ein Riesenapparat lebt sehr gut von der Verantwortung ‘für Afrika’. Etwas anderes als einen von unserer Mildtätigkeit abhängigen Bettlerkontinent Afrika können wir uns gar nicht mehr vorstellen. Dafür sorgen auch die Presseabteilungen von Institutionen, die von der Entwicklungshilfe leben.”

Natürlich gebe es Ausnahmen. In Kamerun z. B. arbeite die Initiative GREEN STEP, die mit örtlichen Handwerkern und einfachem Material Windräder herstelle. Die Leute vor Ort bekämen keine milden Gaben, sondern packten an und seien dankbar für die Unterstützung. Aber diese Initiative habe einen Nachteil: Sie koste fast kein Geld.

Wenn sich das neue Konzept “Cash on Delivery” (COD; Vergütung für erzielte Wirkung) von Nancy Birdsall und William Savedoff durchsetzen sollte, würden tausende von Berufsentwicklungshelfern nicht mehr benötigt. Dann liege die alleinige Verantwortung z.B. für den Bau einer Schule oder eines Krankenhauses bei dem Entwicklungsland. Dann gebe es eine konkrete Ergebnisvereinbarung zwischen Geber und Nehmer. Sobald der Nehmerstaat Ergebnisse nachweist, die von unabhängigen Prüfern abgenommen wurden, zahle der Geber die zugesagte Summe für die Ergebniserreichung. Norwegen setze das Konzept bereits in Tansania um.

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Fazit

Derzeit gehen etwa acht Milliarden Euro Steuergelder jährlich in die Entwicklungshilfe, und das ist politisch weitgehend akzeptiert. Jede Bundesregierung wird nicht müde zu beteuern, dass sie noch viel mehr ausgeben will. Aber nach wie vor ist es unmöglich, über Fehler dieser Hilfe zu diskutieren. So verschließt man ganz bewusst die Augen davor, dass sich die Realität in Afrika nicht an den Leitlinien oder Konzepten des BMZ oder der GIZ ausrichtet. Wer aber nicht fähig ist, die Realität anzuerkennen, der kann sie auch nicht gestalten. Die Bundesregierung hat derzeit kein Konzept für eine Entwicklungspolitik in Afrika, keine alte und keine neue.

So bleibt die Armut, und so bleiben die gut von Steuergeldern genährten Organisationen der Entwicklungsindustrie. Und es bleibt die Ausbeutung der Bevölkerung der meisten Staaten Afrikas durch korrupte Machteliten, in deren Taschen ein Großteil der Entwicklungsgelder wie auch der Öl-, Gas- und sonstigen Ressourcen-Einnahmen verschwindet.

Eufrika

Und weiterhin verlassen Millionen Arme und Kriminelle ihre perspektivlose Heimat, um in Europa und speziell im offenen Deutschland ein besseres Leben zu suchen. Entwicklungshilfeminister Gerd Müller von der Partei Seehofers, der als bayerischer Löwe mit dem Ruf “Herrschaft des Unrechts” sprang und als Merkels Bettvorleger landete, übernehmen Sie! Es ist Ihre Klientel. Sicher können Sie sie alle in Ihrem Ministerium als Experten für Entwicklungshilfe gut gebrauchen und nach Afrika aussenden. Sie kennen sich dort wenigstens aus.

Oder dient die konzeptions- und erfolglose Entwicklungshilfe gerade der von der UNO gewollten Massenmigration nach Europa zur Auflösung der homogenen Völker?

Ein Schelm, der sowas Böses denkt.