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Lücken von tausender zur Million

Rote SPD-Socken kommen dem Steuerzahler oftmals teuer zu stehen. Nach neusten Erkenntnissen sind sie wohl erheblich kostspieliger als schwarze Löcher, wie sie von der CDU gehegt und gepflegt werden. Klar doch, bei Schäuble hatte damals jemand einen Koffer mit der Kohle vergessen. Der Betrag war mit 100.000 DM aber so marginal, dass Schäuble sich beim besten Willen so gar daran nicht erinnern konnte. Jetzt könnte die SPD in Hamburg zirka 47 Mio. Euro Wechselgeld irgendwie mal eben so vergessen haben.

Nein, nur keine Bange, die SPD hat diese Kohle nicht als illegale Spende vereinnahmt. Hier braucht es mehr Gehirnschmalz. In diesem Fall ist die großzügige Spende nämlich an eine Bank gegangen. Mal wieder bekam der Steuerzahler die supergünstige Gelegenheit, eine Bank zu retten. Schon gut, selbst wenn das noch keine ausgewachsene Bankenrettung war, dann doch zumindest ein fettes Sponsoring. Dieses Banken-Benefiz wurde diesmal mit der Hamburger SPD-Power in Szene gesetzt, offiziell ganz ungewollt. Vermutlich hat die SPD in Hamburg zu wenig Gelegenheit sich großflächig sozial zu betätigen, sodass es diesmal - mehr oder minder zufällig - eine einzelne Bank traf.

Nichts Genaues weiß man nicht.

Diese Postille berichtet etwas ausführlicher über den Vorgang: “47 Millionen Euro verschenkt? Tagebuch von Hamburger Banker bringt Scholz in Bredouille". Daraus kann man lernen, dass sogar Nichtstun zu großen Wohltaten führen kann. Dort kann sich jetzt niemand mehr so ganz genau erinnern. Wie auch, da doch die amtlich anerkannte „Peanut“-Grenze erst bei 50 Mio. endet (Hilmar Kopper, Deutsche Bank). Da ist es auch völlig egal ob DM oder Euro. Inflationsbereinigt wird das schon irgendwie passen.

Wenn es also der Stadtstaat Hamburg verpeilt, 47 Mio. Euro Steuerschulden aus dem Cum-Ex-Skandal bei einer Bank einzufordern, dann will sich kein Verantwortlicher dafür finden? Das spricht für massive Organisationsmängel im Hamburger Apparat, dem auch der kleinste Parksünder mit dem 10-Euro-Knöllchen über Jahre nicht entkommt. Das alles passierte nun während einer SPD-Regentschaft, selbst Olaf Scholz ist dabei gar nicht so weit weg. Und wie in dem zuvor verlinkten Artikel klar dargelegt, gab es immer glühende Drähte zwischen der Bank und der SPD in Hamburg. Die SPD selbst sah wohl keine Veranlassung darüber zu berichten.

Folgenlos geht nur für Politiker

Und da wo der Parksünder, Jahrzehnte verfolgt, im Zweifelsfall per Ersatzhaft sein Knöllchen absitzt, passiert bei 47 Mio. Euro im politischen Raum rein gar nichts. Organisierte Verantwortungslosigkeit ist die höchste Form politischer Organisation, vor allem deshalb, weil man in dem ganzen Filz niemals einen nach Strafrecht Verantwortlichen finden wird. Zurecht rebelliert dann so einer wie dieser: “SPD-Bürgermeister Tschentscher wehrt sich gegen Vorwürfe” (> Artikel bei SPIEGEL Politik). Und am Ende des Tages heißt es wie in der Kirche: „Wer’s glaubt wird selig“.

Wir haben dazu einmal das Orakel von Delphi befragt, posthum versteht sich, wegen des allfälligen Haftungsausschlusses. Das Orakel orakelte über Verbindungen der SPD zu der besagten Bank, konnte aber genauere, dunkle Kanäle mit goldigem Inhalt, nicht kartieren, über die größere Reichtümer in Richtung SPD-Wurzelwerk geleitet worden sein könnten. Das ist schade, wenn nicht sogar gewollt, dass es hierzu keine Faktenlage gibt.

Denn nur dann würde es einen Sinn ergeben, dass der Hamburger SPD-Filz an anderer Stelle stillschweigend so einen Geldbetrag versickern lässt, wenn woanders eigene Blüten erblühen können. Ein Schelm wer noch Böseres dabei denkt. Jeder Kämmerer gehörte dafür gefeuert, nicht so bei der SPD.

Bestimmt gibt es am Ende aller Tage noch größere Erinnerungslücken. Eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen für ein „Beinahe-Delirium“ zu verschleuderter Steuerzahlerknete, dürfte die Ursula von der Leyen den Laien sein. Wegen sich bereits abzeichnender Erinnerungslücken noch größeren Ausmaßes wurde die Dame ins EU-Kommissariat abkommandiert, um dort irgend einen imaginären Wählerwillen zu exekutieren.

Leider stand sie dort nirgends zur Wahl, was allerdings die politische Alternativlosigkeit unterstreicht, mit der man sie in Brüssel implantieren musste. Das alles ist natürlich bös…artigste Verschwörungspraxis, denn von der zugehörigen Theorie will ja niemand etwas wissen.