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Polizeigewalt in den USA

Im russischen Fernsehen waren auch die Rassenunruhen in den USA ein Thema. Wie berichtet wird möchte ich Ihnen einmal übersetzen.

Im amerikanischen Minneapolis ist Krieg auf den Straßen. Eine Polizeistation wurde niedergebrannt und die Polizisten mussten mit dem Hubschrauber vom Dach des belagerten Gebäudes gerettet werden. Es sind Rassenunruhen. Rassistisch in dem Sinne, dass das Motiv ein brutaler Mord war, aufgenommen mit Kameras von Mobiltelefonen.

Das Opfer ist ein junger schwarzer Mann namens George Floyd. Er arbeitete als Wachmann, war als Unterstützer von Gewaltlosigkeit bekannt, machte sich aber schuldig, weil sein 20-Dollarschein sich in einem Laden als falsch herausstellte. Davon gibt es viele in Amerika. George Floyd wurde festgenommen. Er widersetzte sich nicht. Trotzdem wurden ihm Handschellen angelegt.

Dann drückte ein Polizist namens Derek Chauvin George zu Boden und drückte ihm das Knie an den Hals.

Drei Minuten lang flehte George, das Knie wegzunehmen, sagte, er könne nicht atmen, bat darum, ihn nicht zu töten, aber Polizeiveteran Derek Chauvin presste das Knie noch härter auf den Hals. Gleichzeitig streamten Passanten das Video ins Internet.

Wahrscheinlich hat der Polizist George den Hals gebrochen oder das Opfer einfach erstickt. Wie auch immer, George gab Ruhe. Aber Derek Chauvin drückte noch weitere vier Minuten das Knie auf den Hals, bis ein Krankenwagen eintraf. Mit der Mitteilung, dem Häftling gehe es gut, übergab die Polizisten ihn den Sanitätern. Er wurde im Krankenwagen künstlich beatmet, aber ohne Erfolg. Im Krankenhaus wurde sein Tod festgestellt.

Stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn so etwas in Russland passiert wäre.Man hätte bereits neue Sanktionen gegen uns verhängt, Amerika hätte bereits eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zur Menschenrechtslage in Russland einberufen, und die Europäische Union würde auch wieder irgend etwas Unerfreuliches tun. Aber da es in Amerika passiert ist, wo eine solche Haltung gegenüber Schwarzen die akzeptierte Praxis ist, zuckt niemand auf der Welt auch nur zusammen.

Wenn in Russland hunderttausend Menschen am Coronavirus gestorben wären, wie es jetzt in Amerika der Fall ist, würde die westlichen Presse keine anderen Schlagzeilen mehr kennen. Jetzt bedauern sie nur, dass so wenige Russen Opfer der Epidemie wurden.

In Amerika kann es sich Präsidentschaftskandidat Biden mit seinem glasigen Blick leisten, den auf Band genommenen Skandal darüber abzuschütteln, dass er Petro Poroschenko eine Milliarde für die Entlassung des für Biden unbequemen Generalstaatsanwaltes gegeben hat. Und in Amerika nennt Trump den Gouverneur von Minnesota einen “Schwächling”, weil er die Nationalgarde nicht hart genug gegen die Proteste einsetzt. Hinzu kommen 30 Millionen neue Arbeitslose und ein Meer von Obdachlosen, die das heutige Leben in den Vereinigten Staaten vervollständigen. Ist das normal? Und dieses Amerika versucht immer, den ganzen Planeten zu belehren, wie man leben soll? Auf welcher Grundlage?

Und noch ein Detail. Es war einmal Omar Jimenez, ein amerikanischer Fernsehjournalist. Ein hochgelobter CNN-Reporter. Er berichtete vom Notre-Dame-Brand in Paris, berichtete über die Schießerei mit vielen Opfern in Las Vegas, berichtete während der Hurrikane in Texas und Florida, manche seiner Berichte waren für den Emmy Award nominiert. Insgesamt hat er etwa tausend Berichte für CNN gemacht. Und jetzt hatte er den Auftrag, über die Unruhen in Minneapolis zu berichten. Aber die Polizei hat ihn festgenommen, was live übertragen wurde. Trotz seiner Erklärungen wurde Omar Jimenez in Handschellen gelegt. Die gesamte Filmcrew wurde festgenommen.

Eine Frage: Wenn Omar Jimenez weiß wäre, wäre das dann auch passieren? Die Frage ist rhetorisch. Das alles geschieht in Übereinstimmung mit der in Amerika vorherrschenden Kultur.