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Deutschland ist überlegen und unantastbar

Ich bin fasziniert, was Medien und Prediger trotz des Intellekts und Bildung von rechtstaatlichen Prinzipien hält. Selbige sind nicht selten die Chaoten die selbiges von anderen fordern. Aber in Deutschland, einem Land, welches auf der Basis solcher wirren Gedankenwelten von der eigenen Überlegenheit und Unantastbarkeit schon 80 Mio. Menschen ermordet hat, wundert mich am Ende nichts mehr.

“Nehmen wir die Causa Nawalny: Der Mann wurde mitten in Sibirien vergiftet. Sich vorzustellen, dass westliche Geheimdienste dorthin gereist sein sollen, um einen Mann zu vergiften, der in einem autoritären Regime die eigenen westliche Werte vertritt, ist absurd.”

Patrice Limumba? US-Geheimdienste ermorden am laufenden Band Menschen in anderen Ländern. Sie schrecken nicht einmal vor offenen Hinrichtungen zurück: General Soleimani. Wer definiert eigentlich das Russland ein autoritäres Regime ist? Die gleichen die im Irak einen Genozid an 1,5 Mio. Menschen verübten? Die mit Uranmunition dafür sorgten das im Irak viele Menschen bleibende Erinnerungen an den Kriegen haben werden? Ich sag es so: Ich finde Deutschland, welches im Hambacher Forst Menschen verprügelt, weil sie sich für das Klima einsetzen, in Berlin Mieter gewaltsam aus ihrer Unterkunft entfernen, wohl weil es sich um die falschen Mieter handelte, gerichtete Justiz und Beförderungen für Mörder wie Oberst Klein ist mindestens autoritär.

Ja. Das kann ich sagen. Aber Russland? Ich weiß nicht, ob Russland autoritär ist. Mag sein. Meine Beobachtungen decken sich nicht mit so einem vorgefertigten rassistischen Bild. Russland fördert den Frieden z.B. in Berg Karabach, auch in Syrien (was mir westliche Massenmörder (Irak) erzählen, tut hier nichts zur Sache; was zählt sind die Fakten, auch das passt dazu, wie die USA in der Welt auftreten und massenweise Menschen ermorden, in anderen Ländern, einfach so; also jene Leute, die uns seit quasi immer schon zu Rassismus gegen Russland anstacheln wollen.

Stichwort “westliche Werte”? Was sind das? Einer, der zur Auslöschung einer Volksgruppe (Kaukasier) aufruft, sie als Kakerlaken bezeichnet, Ungeziefer, welches es zu beseitigen gilt?

“Deswegen wundere ich mich sehr über einige politische Stimmen aus Berlin, die solche Theorien tatsächlich für möglich halten. Er ist ja nicht der erste Kritiker des Regimes, der vergiftet oder ermordet wurde.”

Stimmt! Patrice Lumumba ist nicht der erste Oppositionelle der USA (einer, der es gewagt hat, Rechte für seine Mitmenschen einzufordern, was ihn automatisch zu einem Feind der USA hat werden lassen, ebenso wie z.B. Snowden oder Assange), den sie (deren Geheimdienste) in einem anderen Land auf grausame und kaltblütige Weise ermordet haben. Zu welchem Mord haben Sie denn eindeutige Beweise (Stichwort rechtstaatliche Prinzipien), die das “Regime Putin” (einer, der Snowden aufgenommen hat und wohl als einziger Staatschef dazu in der Lage ist, ihm Schutz zu gewähren) begangen haben soll, also abseits rassistischer Vorverurteilungen und Unterstellungen? Ach stimmt ja. Der (hässliche) Superdeutsche, der weiß ja was Sache ist. Seine Überheblichkeit und Arroganz anderen Völkern gegenüber ist ihm praktisch in die Wiege gelegt, nicht erst seit Adolf H.

“Wer starke Thesen aufstellt, muss auch starke Argumente haben. Eine Behauptung alleine reicht nicht aus.”

Stimmt. Fällt Ihnen was auf?? Davon mal abgesehen, dass Sie sich hier selber widersprechen (oder können Sie die angeblichen Morde des Ihrer Meinung nach “autoritären Regimes” auch mit Beweisen, schwächer ausgedrückt “Argumenten” belegen?), ich hab noch niemanden gehört, der gesagt hätte “es WAREN westliche Geheimdienste”. Bisher hab ich nur gehört “genauso gut HÄTTEN es westliche Geheimdienste sein KÖNNEN”. Das ist ein kleiner Unterschied. Sie als Wissenschaftler werden verstehen, was ich meine, hoffe ich. Kurz: Sie unterstellen anderen falsche Anschuldigungen, obwohl nur Vermutungen geäußert wurden. Das ist wissenschaftlich gesehen unsauber. Ihre Unterstellungen gegen Russland sind es ebenso.

“So ist das auch bei allen anderen Themen. Natürlich darf man immer kritisch hinterfragen, aber absurde Annahmen müssen auch schnell wieder abgehakt werden. Man braucht gute Argumente, wenn man sich gegen den Mainstream wendet.”

Wie? Was? Wo? Wer dem Mainstream widerspricht, ist ein Ketzer? Hatten wir alles schonmal und nicht nur einmal. Ist auch nicht wissenschaftlich. Im Gegenteil. Es ist geradezu ein Paradebeispiel, wie man es nicht machen sollte: stupide der Mehrheitsmeinung folgen. Mehrheitsmeinung ersetzt Wissenschaftlichkeit, die sich nicht der Mehrheitsmeinung verschließen soll, sie aber auch nicht als Richtschnur ihres Handelns nehmen darf. Kurz: nicht Mehrheitsmeinung, sondern Fakten sind maßgebend.

“Der Aussage, dass die Erde eine Kugel ist, das Modell der Scheibe gegenüberzustellen, ist das Gegenteil von guter Argumentation. Was für intellektuelle Opfer müssen Menschen erbringen, um solch einen Blödsinn zu glauben?”

Jetzt wird es richtig abstrus … Ich übersetze es mal so: “Genau, Alles, was zählt, ist meine rassistische Einstellung und Vorverurteilung. Russland war’s, Mensch ist doch klar, die leben da noch auf Bäumen und sind sowieso ganz weit zurückgeblieben.” Waren Sie schonmal in Russland?

Noch was zum Thema “westliche Werte”: das Problem ist 500 Jahre Kolonialfaschismus, bei der die Europäer (heute “der Westen”) immer schon geglaubt haben, dass ihre “Werte” sie dazu ermächtigen würden, diese anderen aufzuzwingen und dabei den ein oder anderen Genozid zu verüben (zB als der belgische König in damals belgisch Kongo die Hälfte der Bevölkerung, 10 Mio Menschen regelrecht abschlachten ließ) haben ihre tief eingebrannten Spuren hinterlassen. Das Problem mit den “westlichen Werten” ist zweierlei: das falsche Schönfärben des eigenen Bildes einerseits und andererseits ein dadurch – 500 Jahre Kolonialfaschismus bekommt man so leicht eben nicht mehr aus unserer Kultur gelöscht – tief eingeprägter und für selbstverständlich empfundener Rassismus. Wir sind so von unserer Weltsicht überzeugt und halten uns auch permanent für überlegen (allein schon von “westlichen” Werten zu sprechen, ist rassistisch), dass wir weder Belege und Beweise für unsere Standpunkte brauchen, noch einen differenzierten, weitere Möglichkeiten offen lassenden Blick auf die Dinge. Unwissenschaftlich, dafür aber nationalistisch.

Die Antwort, die Lesch liefert, sie ist keine oder eben genau das, was ich in meinem letzten Absatz beschrieben habe. Ein trauriges Bild eines “Laienpredigers”.