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Was darf Satire

Ich fürchte das angesichts der Situation in Deutschland der folgende Text wohl pointenfrei daherkommt, weil mir schlicht mit Blick auf die deutsche Gesellschaft keine Pointen mehr einfallen.

Der Säuregehalt der Bürger steigt rapide und das aus vielen guten und schlechten Gründen. Das monströse Versagen der Politik und Verwaltung, die Verbote und Gebote mit der Bürger seit nun ein Jahr in den Wahnsinn getrieben werden.

Ein weiteres Beispiel ist der nun vorgestellte 5 Stufen Plan der politischen Oligarchen.

In Sachen Öffnungsschritte dürfe ein deutsches Bundesland oder eine Region künftig eröffnen, wenn eine stabile 7 Tage Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner herrsche. Im Einzelhandel gelte etwa: ein Kunde pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für alle weiteren 20 Quadratmeter. Steige die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder auf mehr als 50, dann gelte ab dem zweiten darauffolgenden Werktag: Einzelhändler dürfen jetzt nur noch einen Kunden pro angefangene 40 Quadratmeter Verkaufsfläche nach vorheriger Terminbuchung für einen fest begrenzten Zeitraum mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung begrüßen.

Aber Dank der politischen Oligarchen gibt es eine erhellende Vorschrift, die Ruhe ins Chaos bringt: “Dabei ist eine sogenannte Notbremse vorgesehen: Steigt die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner an drei aufeinander folgenden Tagen in dem Land oder der Region auf über 100, treten ab dem zweiten darauf folgenden Werktag die Regeln, die bis zum 7. März gegolten haben, wieder in Kraft.”

So entmündigt man den sogenannten mündigen Bürger entgültig. Es scheint als schaue sich die Regierung bei den NGO’s einiges ab. Obwohl deren Projekte wenigstens anständiger verkauft werden.

Dass Baumärkte in NRW zwar Saatgut, Saatkartoffeln und Blumen, keineswegs aber Malerbedarf oder Werkzeuge verkaufen dürfen, sollte man nur noch als lächerliche Petitesse im großen Sammelbecken des verordneten Irrsinns abtun.

Wenn Länder wie Israel, Großbritannien oder USA inzwischen nur noch mitleidig lächelnd auf uns Bürokratiesüchtel herabschauen, ist das dann noch eine Pointe. Es ist sicher das die sich vor Lachen im unbeobachteten Moment nicht mehr einkriegen.

Dafür hat das Thema Friseur es gefühlt zwei Wochen an die erste Stelle in den Nachrichten geschafft. Nein, das ist keine Pointe, dass ist deutsche Realität.

Ich muss gestehen, dass mich dieses universelle Versagen auf der ganzen Linie tatsächlich erschüttert hat und ich niemals erwartet hätte, dass der “Organisations- und Bürokratieweltmeister Deutschland” zur weltweiten Lachnummer absteigen konnte.

Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare!

Das Loblied auf den Förderalismus kann ich nicht mehr hören. Wohin der es gebracht hat, kann jeder in den deutschen Bundesländern nachlesen.

Wen wundert es heute noch, dass so viele Versager in Politik, Verwaltung und Management sitzen: In keinem anderen Beruf wird man bei völligem Totalausfall nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern mitunter sogar noch wegbefördert.

Im Jahr eins nach Ausbruch der Seuche sollen Schnelltest- und Impfkonzepte erarbeitet werden und eine “Taskforce Testlogistik” soll die Bestellung von Corona-Schnelltests koordinieren. Leiten werden diese Taskforce die zwei Totalversager, die die bundesdeutsche Politik derzeit aufzubieten hat: Jens Spahn und Andreas Scheuer.

Spätestens hier drängt sich mir die derzeit wichtigste aller Fragen auf:

Darf Satire denn wirklich alles?

Das dieses Generalversagen von oben nach unten durchschlägt – wen wundert es?

Auf lokaler Ebene läuft es nicht besser als in der Bundespolitik. Da begeben sich Menschen freiwillig in Quarantäne, weil das städtische Gesundheitsamt nicht zu erreichen ist.

Ihr könnt Euch denken, dass die Liste der Unsäglichkeiten, des Versagens und eines arroganten Wegwischens von Zweifeln und Kritik derart lang würde, dass sie den Platz für die nächsten, geschätzten Monate einnehmen würden.

Wenn wir so weitermachen, wird das nichts mit der Herdenimmunität durch Impfung. Dann werden wir erleben, was eigentlich denkenden Menschen längst klar sein dürfte. Dank der Politiker haben wir den Kampf gegen Covid verloren, weil wir es versäumt haben, mit Kompetenz, Können, Stärke, Klarheit und einer gehörigen Portion aggressivem Pragmatismus zu kämpfen. Wäre das Virus Russland würde es sicher anders aussehen.

Es sonnt und vermehrt sich in der deutschen Petrischale, feiert fröhliche und schafft es seine 80 Millionen potentiellen Wirte in den Wahnsinn zu treiben. Das Künstler, Einzelhändler, Veranstalter, Theater, Dienstleister zu Tausenden auf der Strecke bleiben ist ein teurer Schwund.

Made in Germany hat längst seinen vergangen Glanz verloren. Der Exportschlager ist nicht umsonst billiger Ramsch. Covid ist nicht das einzige Desaster. Waldzustandsbericht, Golfstromschwäche, Klimaerwärmung, Artensterben, Julia Klöckner, Digitalisierung, Peter Altmeier, Heiko Maas, AfD …

Wo die Männer versagen, da ruft man nach dem Mann. Der Faschismus, der überall anders, überall in neuer nationaler Vermummung auftritt, weist in allen Ländern diesen einen gemeinsamen Wesenszug auf: Die Sehnsucht nach dem Diktator. Die erschlafften Völker suchen nach einem Hirn, das für sie denkt, nach einem Rücken, der für sie trägt.

Es wundere sich bitte niemand, wenn, nachdem sich das erschlaffte Volk im September zur Wahlurne geschleppt haben wird, es an die Auszählung der Stimmen geht. Es wundere sich bitte niemand, wenn der kurzzeitige Verdachtsfall AfD einen Stimmenanstieg verzeichnen wird. Denn das Volk, der “Urnenpöbel” wird seine einzige Chance nutzen, seiner Wut, seinem versteckt oder offen gelebten Hass, seiner durch absurde Corona-Erfahrungen gefütterten Ablehnung dieses Gesellschaftssystems als Racheakt des kleinen Mannes in Form eines simplen Kreuzchens Ausdruck zu verleihen.

Denn Demokratien werden heute nicht mehr durch Gewalt, sondern durch Wahlen abgeschafft.

Dann möchte ich kein Aufjaulen der Politik hören, dann möchte ich erleben, wie Hundertschaften von verantwortlichen Politikern von oben bis ganz unten, ihre Hüte nehmen und mit eingekniffenem Schwanz klanglos verschwinden und sich in ihre 4 Millionen-Villa in Berlin verziehen und sich nicht mehr öffentlich blicken lassen.

Es wird dann immer noch genügend gute Leute geben, die den Schaden beseitigen werden. Mit Kompetenz, Durchsetzungskraft, Pragmatismus und Können. Keine Sorge.