Der Politik dienen

Die Ständige Impfkommission ist vor medialem und politischem Druck eingeknickt und will nun doch die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche empfehlen. Damit möchte die Institution – wie angekündigt – "der Politik entgegenkommen". Politischer Druck auf Wissenschaftler und die Bereitschaft einiger Wissenschaftler, politische "Wünsche" zu erfüllen, sind zwei bedrohliche Aspekte in der Corona-Debatte.

Die Ständige Impfkommission (StiKo) spricht sich nun doch für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Nach "Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen" sei man zu der Einschätzung gekommen, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen”, teilte das Gremium am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Die StiKo hat die Corona-Impfung in der Altersgruppe bislang nur jenen empfohlen, die bestimmte Vorerkrankungen haben. Der offizielle neue Empfehlungstext der StiKo liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen noch möglich, wie Medien berichten. Die Erklärung der StiKo findet sich unter diesem Link.

Startschuss für skrupellose Impf-Enthusiasten

Zwar solle demnach die Impfung von Kindern und Jugendlichen "unverändert" nur nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko durchgeführt werden. Auch spreche man sich "ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird". Aber trotz solcher Einschränkungen, die in der Praxis wahrscheinlich gnadenlos unter den Tisch fallen werden, muss festgestellt werden: Die StiKo ist eingeknickt. So groß der Respekt für ihre vorübergehende Standhaftigkeit in der Frage der Kinder-Impfung war, so groß ist nun die Enttäuschung über die Expertengruppe. Sie hat sich selber gedemütigt.

Auch hat die StiKo nun den Startschuss gegeben für sich gegenseitig übertreffende Forderungen jener Impf-Enthusiasten, die die bisherige zurückhaltende StiKo-Empfehlung ohnehin schon eiskalt ignoriert haben, etwa indem schon Anfang August die Gesundheitsminister von Bund und Ländern "breitere Impfangebote für Kinder" vereinbart hatten. Befeuert durch die angekündigte StiKo-Empfehlung möchten nun Politiker vor allem von CDU, SPD, Grünen und LINKEN am liebsten gleich morgen die "Impf-Teams" in die Schule schicken, CSU-Personal will gleich auch an die Kinder unter zwölf Jahren ran.

Vorbehalte gegen "mobile Impf-Teams" an den Schulen, etwa wegen drohendem Gruppenzwang oder in die Familien getragenen Konflikten, verhallen ebenso ungehört wie die Hinweise auf das nicht vorhandene Corona-Risiko der Kinder oder die nicht bekannten Langzeitwirkungen der experimentellen Corona-Impfstoffe. Einmal mehr trifft die Kinder und Familien aktuell die eisige soziale Kälte vieler Politiker und Journalisten. Impfaktionen an Schulen sind strikt und fundamental abzulehnen. Wer sich dafür ausspricht, der kann kein Kindeswohl im Blick haben.

Der antiwissenschaftliche Kampf vieler Journalisten und Politiker gegen die StiKo-Empfehlung steht beispielhaft für ein dominantes Merkmal der Corona-Zeit: "Experten" gelten nur so lange etwas, wie sie den repressiven Corona-Kurs der Regierung stützen. Ist dies aber mal nicht der Fall, wie bei der StiKo und Kinderimpfungen, dann wird "die Wissenschaft", auf die man sich sonst so gerne beruft, skrupellos ignoriert, unter Druck gesetzt und sabotiert: Es wurden bereits politische Rufe nach einem "Umbau" der widerständigen StiKo laut. Diese Drohung wurde durch das nun angekündigte "Wohlverhalten" der StiKo möglicherweise abgewendet.

"Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen"

Das StiKo-Mitglied Martin Terhardt sagte laut Medien vor einigen Tagen zu den Motivationen der StiKo, die geltende zurückhaltende Impf-Empfehlung für Kinder zu überdenken, unter anderem:

"Wir werden versuchen, der Politik ein bisschen entgegenzukommen."

Auch solche Haltungen sind beispielhaft für die Corona-Episode. Es wird, wenn das Ergebnis die destruktive offizielle Corona-Politik "rechtfertigt", auf dem Feld "der Wissenschaft" zum Teil intensiv gebogen und getrickst: So werden mit unfassbarer Sturheit seit 18 Monaten absolute Zahlen als aussagefähig hingestellt, es werden einfachste Regeln der Statistik glatt ignoriert, es wird eine "Daten-Erhebungs-Katastrophe" und ein gewollter Zustand des "Nichtwissens" angerichtet. Zusätzlich werden all die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse ignoriert, die allesamt der Corona-Panikmache und dem Prinzip Lockdown entgegenstehen: etwa die unseriöse Zählweise der "an oder mit dem Virus Verstorbenen" oder die fragwürdigen Aussagen der PCR-Tests oder die unbegründete Angst vor der vernichteten Lebenserwartung oder die unbegründete Angst vor zu wenig Intensivbetten oder die Übersterblichkeit oder die "Unwissenheit" der Regierung zu den konkreten Wirkungen von Lockdowns.

Neben dem durch die Corona-Maßnahmen gesteigerten Welthunger muss außerdem auf die Reichtums- und Armuts-Explosion, den Grundrechtsentzug, die Protest-Verbote, die sich anbahnende Massenkontrolle und Überwachung, die eingesperrten Kinder und die zum einsamen Sterben verdammten Alten hingewiesen werden. Und darauf, dass mittlerweile ohne jeden Zweifel festgestellt werden kann, dass die extrem destruktiven Wirkungen der Lockdown-Politik in keinem angemessenen Verhältnis zum Gefahrenpotenzial des realen Corona-Virus stehen.

Der Triumph des Irrationalen

Es ist kaum fassbar, dass diese der Vernunft, der Gerechtigkeit und dem gesunden Menschenverstand widersprechenden Haltungen nun seit 18 Monaten unser Leben bestimmen. Eine durch eine ungerechte und wirtschaftsliberale Politik bereits vor Corona sozial und politisch gespaltene Gesellschaft wurde durch die destruktive Lockdown-Politik nochmals zusätzlich und hochgefährlich polarisiert. All das nehmen Lockdown-Verteidiger billigend in Kauf. Wir haben nicht zuerst einen Gesundheits-Notstand, wir haben einen politisch-medialen Notstand, der sich durch Kampagnen und Irrationalität auszeichnet. Mit der StiKo ist nun eine weitere Institution ins Lager der Irrationalität gewechselt.

"Wie stromlinienförmig und ohne Rücksicht auf Verluste sich fast alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen den Corona-Kampagnen angepasst haben, zeigt die Überraschung, die einen erfasst, wenn sich einmal Beteiligte nicht (sofort) dem überwältigenden "Narrativ" der "Pandemie-Bekämpfung" unterwerfen. Und wenn die wie geschmiert laufende Überzeugungs-Maschine dadurch kurz ins Stottern gerät. Der (vorläufige) "Widerstand" der STIKO und Anderer gegen die pauschale Kinderimpfung zeigt darum zum einen, dass es noch möglich ist, der noch immer extrem gleichförmigen Darstellung der Corona-Situation zu widersprechen. Zum anderen zeigt er aber, wie gesagt, auch das Gegenteil: Widerstand auch gegen die offensichtlichsten gesellschaftlichen Fehlentwicklungen ist mittlerweile eine absolute Rarität."

Millionen Impfungen wegen zweier Todesfälle?

Man könnte einwenden, dass sich in "der Wissenschaft" durch neue Erkenntnisse eben neue Folgerungen aufdrängen. Insofern könnte man auch diesen Artikel hier als unredlichen Druck auf eine Entscheidung der StiKo bezeichnen. Auch wird nun vielerorts gesagt, die neue Sichtweise der StiKo beruhe nicht auf politischem Druck, sondern auf der Auswertung neuer Daten. Aber ist das glaubwürdig? Da die abschließende Erklärung der StiKo noch nicht veröffentlicht ist, lässt sich das im Detail noch nicht abschließend beurteilen. Die vorliegende StiKo-Erklärung führt für den Sinneswandel unter anderem Erkenntnisse aus dem Kinder-Impf-Programm der USA an. Sehr skeptisch machen aber bereits Aussagen wie diese, die sich auf "Modellierungen" stützen:

"Schließlich ergaben aktuelle mathematische Modellierungen, die die nun dominierende Delta-Variante berücksichtigen, dass für Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion in einer möglichen 4. Infektionswelle besteht."

Zusätzlich ist bei allen Unwägbarkeiten bereits jetzt sicher, dass sich einige fundamentale Aussagen zu zentralen Fragen der Kinderimpfung nicht verändert haben – der StiKo-Vorsitzende Thomas Mertens hat sie kürzlich noch einmal zusammengefasst:

"Es gab in Deutschland 2 Todesfälle in der Altersgruppe, so ergeben sich die 0,001 Prozent. Aber beide waren bereits vor Covid-19 sehr schwer erkrankt. Für gesunde Kinder und Jugendliche der Altersgruppe ist das Risiko an Covid-19 zu sterben derzeit rein statistisch gleich null."

Ist das Risiko der Corona-Impfungen ebenfalls gleich null? Und wie könnten die StiKo und die Impf-Enthusiasten in Medien und Politik jemals die doch noch gar nicht abschätzbaren Langzeitwirkungen der experimentellen Corona-Impfstoffe auf Kinder und Jugendliche verantworten? Das wichtige Prinzip des Impfens soll hier nicht diskreditiert werden, aber: Die Situation bei den neuen und experimentellen Corona-Stoffen ist eine völlig andere als bei angemessen erforschten, "klassischen" Impfstoffen, deren Entwicklung zu begrüßen ist. Und selbst bei den experimentellen Corona-Impfstoffen wäre ein "Impfangebot" an Erwachsene(!) meiner Meinung nach akzeptabel – wenn es denn ein Angebot bliebe und nicht durch massive indirekte Zwänge forciert würde, wie es nun zu beobachten ist.

Dass Lockdown-Enthusiasten nun Kritiker der Lockdowns als Sündenböcke für die katastrophalen sozialen Folgen der Lockdowns verantwortlich machen wollen, weil diese sich aus guten Gründen nicht impfen lassen wollen, ist ein Akt grandioser Heuchelei. Zu den gesundheitlichen Sorgen vor den experimentellen Impfstoffen kommen noch politische Motive gegen das Impfen: Viele Bürger wollen nicht durch eine Impfung eine angebliche "Zustimmung" zum unhaltbaren offiziellen "Corona-Narrativ" und zur destruktiven Corona-Politik abgeben.