Unerhörtes zur Pandemie

Wie finanzieren sich die "Faktenchecker", die in der Corona-Pandemie massgeblich die Berichterstattung beeinflussen? Welche möglichen Interessenkonflikte bestehen? Wie oft lag der bekannte britische Epidemiologie Neil Ferguson, der zu Beginn der Corona-Pandemie eine wichtige Rolle spielte, mit früheren Prognosen schon daneben?

Dieser und vielen andere Fragen geht #allesaufdentisch nach. In über 50, jeweils rund 20 Minuten dauernden Videos fragen dort verschiedene Künstler verschiedene Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachgebieten zu Themen rund um Corona. 

Interessenkonflikte beleuchten

So erfährt die Zuschauerin zum Beispiel, dass der Ebay-Gründer Pierre Omidyar vielzitierte Faktenchecker massgeblich finanziert. Ebay hat von der Corona-Pandemie stark profitiert, laut dem "Handelsblatt" verdiente die Online-Handelplattform allein bis Herbst 2020 über 400 Millionen Dollar mehr als im Vorjahr. Ob sich das nachweislich auf die Berichterstattung der Faktenchecker auswirkt, lässt das Video offen. Dass ein Interessenkonflikt bestehen könnte, wird aber offensichtlich. Die Quellen, auf die sich der Wissenschaftler massgeblich stützt, werden am Ende des Videos nicht aufgelistet.

"Mit zunehmender Sorge beobachten wir die Entwicklung des politischen Handelns in der Corona-Krise. Viele ExpertInnen wurden bisher in der öffentlichen Corona-Debatte nicht gehört. Wir wünschen uns einen breit gefächerten, fakten basierten, offenen und sachlichen Diskurs und auch eine ebensolche Auseinander setzung mit den Videos", heisst es einleitend auf der Website.

Auch Wissenschaftler ohne institutionelle Abhängigkeit anhören

Unter den befragten Personen sind zum Beispiel Pandemie-Fachleute wie Professor Klaus Stöhr, der österreichische Gesundheitswissenschaftler Martin Sprenger, der öffentlich Kritik an der österreichischen Politik übte und aus der dortigen Coronavirus-Taskforce austrat, aber auch der impfskeptische Kinderarzt Martin Hirte. Wer auf Anfrage abgesagt hat, bei dem Projekt mitzumachen, wird ebenfalls auf der Website gezeigt: Die Liste enthält viele Namen, die sehr häufig in den Medien auftauchen.

Was die Beteiligten von #allesaufdentisch eint, ist die Forderung nach einem regelmässigen, "Runden Tisch für das Corona-Krisenmanagement, an dem WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen mit unterschiedlichen Standpunkten interdisziplinär und evidenzbasiert diskutieren und anschiessend die Politik beraten. Wichtig ist, dass in diesem Gremium auch WissenschaftlerInnen gehört werden, die nicht in institutioneller staatlicher Abhängigkeit stehen", heisst es auf #allesaufdentisch.